Review: Rude Tins – Beat The Band

Bläser-Solo, „HERE WE GO!“ und dann ab die Post. Die ersten Sekunden der CD „Beat The Band“ der schweizer Band Rude Tins deutet direkt an, in welche Richtung es die nächsten etwa 45 Minuten gehen wird…u nd zwar direkt und kompromisslos nach vorne. Auf den 14 Stücken mischen sich allerfeinster Ska mit Reaggae („Dear George“) und gelegentlichen Funk-Einflüssen („Unfair“). Aber auch Freunde des beliebten Ska-Punk werden bedient („New Pollution“).

Release Infos:
Rude Tins – Beat The Band
Label: 808 Records
VÖ: 02.10.2009
Format: CD
Tracks: 14
Links: http://www.rudetins.ch
Schublade: Ska, Reggae, Funk

Durch diese rafinierte Mischung sollen nicht nur Fans des reinen Skas angesprochen, sondern genreübergreifend Hörer begeistert werden. Das klappt, wie sich aus den ersten euphorischen Sätzen schon vermuten lässt, ganz vorzüglich. War das Debüt-Album der Band vor zwei Jahren noch etwas einseitig und nicht immer optimal abgemischt, zeigt sich nun, wie schnell und intensiv sich eine junge, motivierte Band entwickeln kann.

Hervorgehoben darf ohne Vorbehalte direkt das Einstiegslied „Lifetime“, das mit so wunderbaren Bläser-Einsätzen und der mitreißenden Sängerstimme von Thomas Eichmann direkt die Beine des Hörers in Bewegung setzt (Tipp: Morgens zum wach werden anschmeißen und laut aufdrehen, da geht der Tag direkt in die richtige Richtung!).  Thematisch bearbeitet das Album alltagsthemen wie Freundschaft, Liebe, Party und natürlich die Musik. Nichts besonders tiefgründiges, aber das war weder zu erwarten, noch ist es wahrscheinlich vom Hörer sonderlich erwünscht. Die Songs vermitteln, was man von der Musikrichtung erwartet und was man daran schätzt: Freunde am Leben und die Vermittlung von guter Laune.

Heißt es Samstag Abends auf den öffentlich rechtlichen TV Sendern  in Bezug auf eine beliebte Ballsportart schon gerne einmal „Der Star ist die Mannschaft“, so tifft das auf diese CD auch im übertragenen Sinne zu.  Es gibt keinen Schwachpunkt auf dieser CD, jedes einzelne Stück bietet eigene Stärken, was bei 14 Stücken durchaus beachtlich ist.  Auch der gelegentliche Gesangs-Einsatz des weiblichen Band-Mitglieds („Knees Up“, „Get Up“) wirktkeinesfalls wie ein Femdkörper, sondern fügt sich in das ausgewogene Gesamtbild der Platte ein. Bis Ende des Jahres touren die Rude Tins noch durch Süddeutschland und die Schweiz und geben Ihr Können auf dieversen SKA und REGGAE Festivals zum Besten. Sollte ein Leser sich also zufällig der Region befinden, ist zu einem Besuch der Combo dringend zu raten, denn so viel Gute Laune auf einem Haufen findet man nicht oft.

Wer dachte, die Schweizer könnten nur überpräzise Uhren und fantastische Schokolade herstellen, soll eines besseren Belehrt werden. Die Rude Tins haben sich mit diesem Meisterwerk ohne Frage in die ganz hohen Regionen der Ska / Funk / Reggae Welt gespielt. Es ist zu hoffen, dass die acht jungen Schweizer dafür auch die verdiente Anerkennung bekommen und trotz des Nischen-Genres mit dieser CD auch ausserhalb der Fan-Szene neue Hörer gewinnen können. Von meinem MP3 Player und aus meinem CD Spieler werden die Songs auf alle Fälle nicht so schnell verschwinden. Es bleibt also nur noch zu sagen: „Knees Up, dancing all night long, beat the band and enjoy every song“ (“Knees Up”).

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