Souls For Sale, Krawehl, Copilot, Port Hope, Jan.Tenner
Bielefeld / JZ Stricker
14.11.2009
Es war einer dieser Abende, an denen man irgendwie gemerkt hat, dass man zumindest gelegentlich doch noch das Gleiche tut, was man mit 16 schon getan hat. In diesem Fall: Lokalbands im örtlichen Juz gucken. Das seltsame an diesem Abend war: Die Bands waren größtenteils in meinem Alter, viele der Bandmitglieder haben als ich 18 war bereits in anderen Lokalbands gespielt und irgendwie war auch ein Großteil des Publikums in meinem Alter. Die heute 16jährigen hatten den Weg ins JZ Stricker nur vereinzelt gefunden…
Mit der üblichen halben Stunde Verspätung legten Jan.Tenner dann auch vor relativ leerem Haus los. Den Stil der Bad Pyrmonter kann man wohl als deutschsprachigen Punkrock mit Emotionen beschreiben und die Jungs damit direkt in eine ähnliche Schublade wie Captain Planet, Matula und Mikrokosmos 23 einordnen. Im Vergleich zu ihrem letzten Auftritt den ich gesehen hab, haben die Jungs sich merklich weiterentwickelt, so dass man wahrlich auf die bald erscheinende 4-Band-Split-LP gespannt sein darf.
Weiter ging es mit Port Hope. Die haben mit “Shipwrecked” seit einigen Wochen ihre erste EP am Start und seit kurzem auch einen neuen Bassisten. Die Jungs legten mit ihrem emotionalen Post-Hardcore eine ordentliche Schüppe Härte drauf und konnten so ein paar Kids mit langen Haaren nach vorne locken. Ordentlicher Auftritt.
Next: Copilot aus Enger. Musikalisch ging es damit wieder in Richtung deutschsprachiger Punkrock, jedoch mit bedeutend weniger Anleihen bei Captain Planet et al. als sie noch bei Jan.Tenner zu hören waren. Die jüngste Band des Abends legte ein gutes Set hin und macht weiterhin Hoffnung darauf, dass es mit Punkrock im Kreis Herford doch noch nicht vorbei ist…
Krawehl – eine weitere Band aus Herford die diese Hoffnung nähert – machten weiter. Mal persönlichen, mal politisch, auf jeden Fall in der Tradition von …but alive ging es steil nach vorne. Kammis Stimme ist immer noch der Hammer, die Songs sind super, entsprechend wird es Zeit für Aufnahmen…
Die 13 verbliebenen Gäste sollten abschließend von Souls For Sale zusammengefaltet werden. Ohne Rücksicht auf Verluste prügelte die älteste Band (und Gang) des Abends drauf los, ein Drei-Mann-Circle Pit entstand und irgendwie waren alle begeistert. Frontsau Floris zeigte sich knapp und sportlich bekleidet und schrie sich mal wieder die Seele aus dem Leib, zumindest bei “Public Heaven, Private Hell” konnte auch das Publikum Textsicher den Refrain mitgröhlen. Der Auftitt machte (und das ist selten) trotz der geringen Besucherzahl Spaß und so durfte noch die ein oder andere Zugabe geträllert werden. Musikalisch haben sich die Jungs… öhm alten Säcke… extrem gemacht!
Fazit:
Bessere Bands, weniger Besucher. Ansonsten alles wie mit 16…