Platten-Review: Have Heart – Songs To Scream At The Sun
God Save Bridge Nine Records! Nach der unglaublichen H2O Platte und dem gelungenen Verse Album legt das Hardcore-Label mit „Songs To Scream At The Sun“ das heiß erwartete zweite Album von Have Heart vor.
| Release Infos: Have Heart – Songs To Scream At The Sun Label: Bridge 9 VÖ: 29.06.08 Format: CD / LP Tracks: 10 Links: http://www.myspace.com/haveheart Schublade: Hardcore |
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Mit ihrem Debutalbum „The Things We Carry“ starteten Have Heart 2006 richtig durch. Lob gab es aus allen Ecken, bei ihren Shows gab es kein zurückhalten mehr. Man erinnere sich z.B. an die Show im AJZ Bielefeld, als zwischenzeitlich mehr Kids auf als vor der Bühne zu stehen schienen.
„Songs To Scream At The Sun“ ist alles andere als eine Kopie des Vorgängers und lässt sich vor allem mit dem Wort „Intensität“ charakterisieren. Auf Chöre verzichten Have Heart fast vollständig, dafür kommt Shouter Patrick Flynn mit seinen persönlichen Lyrics super intensiv rüber. Das liegt mit Sicherheit auch mit daran, dass die meisten Songs sich im Midtempobereich abspielen. Mit „Pave Paradise“ und „On That Bird In The Cage“ werden dann aber durchaus auch gelungene schnellere Akzente gesetzt.
Im Vergleich zum aktuellen Album der Labelmates Verse kann man mit Sicherheit sagen, dass Have Heart dem Zuhörer mehr „Entscheidungsfreiraum“ zugestehen bzw. abverlangen. Während Verse politisch und immer auch anklagend ans Werk gehen und mit positver Agression nach Veränderung schreien, sind die Texte von Have Heart wie oben bereits erwähnt doch sehr viel persönlicher und auch offener: Hier muss jeder selber entscheiden, ob er das dunkle Szenario als hoffnungsmachend oder doch eher depressiv interpretiert.
Mit JD von Shipwreck AD und Sean Murphy von den genannten Verse hat man sich auch gleich zwei hochkarätige Gäste ins Boot geholt: Ersterer wirkt direkt beim zweiten Song „Bostons“ mit, der meiner Meinung nach eins der Highlights auf der Platte darstelllt. Murphy ist bei dem sehr langsamen und schleppenden „Brotherly Love“ dabei. Auch dieser Song kann überzeugen, so dass man sich insgesamt darauf freuen kann, dass die drei Bands zur Zeit auch gemeinsam in Europa auf Tour sind, so dass man höchstwahrscheinlich auch hierzulande diese Kooperationen in Originalbesetzung live zu sehen bekommen kann.
Fazit:
Have Heart sind nicht auf der Stelle stehen geblieben und wirken jetzt noch tiefer und intensiver. Das Album klingt insgesamt (im positiven Sinne) erwachsener und vielschichtiger. Ich bin mir sicher, dass auch die kommenden Shows der Bostoner von den Kids wieder im wahrsten Sinne des Wortes „zelebriert“ werden. Ein Lob auch für das schöne Artwork. Für Freunde der neuen Hardcoregeneration eine Pflichtkauf, auch wenn mir insgesamt das politische Werk von Verse noch einen Tick besser gefällt.
