Platten-Review: The Real McKenzies – Off The Leash
Während es die Iren vor allem in die USA verschlagen hat, sind viele Schotten in Kanada gelandet. Musikalisch äußerst sich das wie folgt: als zu Beginn des neuen Jahrtausends die Mischung aus Punkrock und traditioneller Folkmusik ein breites Publikum fand, wurden US-Bands wie Flogging Molly und auch die Dropkick Murphys, die Punkrock mit traditioneller irischer Musik verbinden, zunehmend bekannt. Mit den bereits 1994 gegründeten Real McKenzies liegt sozusagen das kanadische Pendant vor: Dudelsack statt Fidel, man bezieht sich also auf schottische Wurzeln.
| Release Infos: The Real McKenzies – Off The Leash Label: Fat Wreck Chords VÖ: 11.07.08 Format: CD / LP Tracks: 13 Links: http://www.realmckenzies.com Schublade: Punk / Folk |
![]() |
Während Flogging Molly und die Dropkick Murphys mittlerweile in großen Hallen und sogar in den Charts angekommen sind, ist bei den Real Mc Kenzies alles etwas beschaulicher geblieben. Daran wird vermutlich auch das siebte Album „Off The Leash“ nichts ändern: Die große Folk-Punk-Welle ist vorbei, 2008 ist nicht das Jahr um mit dieser Punkrockspielart große Euphorie auszulösen. Aber das sagt ja noch nichts über die Qualität der Scheibe.
Passend zur Europatour der Kanadier erscheint der Nachfolger von „10.000 Shots“ (2005) hierzulande gut einen Monat vor dem US Release. Sex Pistols meets Robbie Burns. Sagt zumindest der Waschzettel. Auf jeden Fall verbinden die Kenzies Bagpipes mit elektrischen Gitarren. Der Sex Pistols-Vergleich hinkt insofern ein bißchen, als dass die klaren Bagpipe-/Traditionell-Melodien den Songs auf „Off The Leash“ die Rotzigkeit nehmen, die doch für die Pistols so charakteristisch war.
Eher passt der Vergleich, wenn man in Richtung Tempo guckt: Waren die Ramones die Urväter des schnellen Punkrocks, so ging es bei den Pistols deutlich langsamer zur Sache. Und so ist das auch bei diesem McKenzies-Release. Viele Songs sind eher im Midtempobereich angesiedelt und werden vor allem von der Stimme von Paul McKenzie und den traditionellen Einflüssen getragen.
Natürlich halten die Kenzies auch auf dieser Platte weiterhin die Scotch Whiskey Flagge hoch („Drink Some More“), alles in allem muss man jedoch sagen, dass der Party- und Mitgröhlfaktor die Songs nicht übermäßig bestimmt.
Fazit:
Ich war immer eher ein Flogging Molly als ein Real McKenzies Fan und das wird sich auch mit dieser Scheibe nicht ändern. „Off The Leash“ ist nett, aber auch nicht mehr. Mir fehlt der Wunsch mitzusingen, mir fehlt ein ganzes Stück weit das Mitreißende.
