Platten-Review: Jupiter Jones – …leise.

Dass Jupiter Jones eine Band mit viel Herz, tollen Texten und ganz großen Gefühlen ist, dürfte ja bereits vom Demo, der Split und den beiden regulären Alben bekannt sein. Mit „…leise.“ legt das Quartett aus der Eifel nun eine unplugged DVD & CD Box vor. 17 Songs wurden zum Teil neu arrangiert und live umgesetzt.

Release Infos:

Jupiter Jones – … leise.
Label: Mathildas und Titus Tonträger
VÖ: 25.04.08
Format: DVD + CD
Tracks: 18 und Bonus + 17
Links: http://www.jupiterjones.de
Schublade: Akustik

17.11.2007. Kapuzinerkloster Cochem. 500 ZuschauerInnen. Ein paar Gastmusiker. Und natürlich Jupiter Jones. So die Rahmendaten zu der Veranstaltung die auf „… leise.“ festgehalten wurde. 17 Songs haben es auf die mit 75 Minuten Spielzeit randvolle CD geschafft, die DVD kommt mit 18 Songs (deckungsgleich + Zugabe) und einem Making-Of sogar auf 95 Minuten, dazu gibt es noch eine Bildergallerie. Aber genug der Zahlen, kommen wir zu der interessanten Frage: Was taugt das Ding?

Jupiter Jones sind wohl eine der Bands, deren Songs förmlich danach geschrien haben auch in stromfreien Versionen das Licht der Welt zu erblicken. Spätestens seit der langsamen Version von „Auf das Leben“ weiß man, dass sie Stärke dieser Band nicht unbedingt auf Geschwindigkeit beruht. Unplugged Konzerte gab es ebenfalls gelegentlich. Nun also die etwas größere Nummer mit Gastmusikern und Audio- sowie Videoaufnahmen.

Und was dabei rausgekommen ist überzeugt: Die Arrangements der Songs sind stark, die Gastmusiker werden nicht im Überfluss, sondern gezielt und genau passend eingesetzt; sei es die Mundharmonika in „Kopf hoch und Arsch in Sattel“, sei es die Trompete in „Weitergehen“. Lediglich der Flügel kommt relativ oft zum Einsatz und sorgt an einigen Stellen (wie auch das Cello) für Gänsehaut, zeigt sich an anderen Stellen aber auch leichtfüßig und ziemlich flott (z.B. „Hank Williams wäre stolz auf uns“). Im Zentrum steht aber immer die Band.

Die Filmaufnahmen sind sehr lebendig und bewegt, dem ein oder anderen könnte einige Zooms zu schnell oder einige Kameraführungen zu bewegt sein. Mir gefällt’s im Großen und Ganzen. Was beim Schauen der DVD sofort deutlich wird ist, dass Jupiter Jones und ihr Publikum brave und einfach liebenswerte Menschen sind. Keine Ausraster, keine Poserei, keine Drogenexzess. Der Zuschauer bekommt die fast schon langweilige Idyle einer belesenen Band und ihres auch nicht ungebildeten Publikums geboten, die schüchternen Ansagen von Sänger Nicholas können als paradigmatisch gesehen werden. Das meine ich aber ganz und garnicht negativ. Gerade dass die Band so natürlich rüberkommt, sich authentisch freut und sich nicht in Klischees verliert macht Jupiter Jones und diese Veröffentlichung so gut.

„Unter uns Darwinfinken“, „Alles Glück der Welt“, „Kopf hoch und Arsch in den Sattel“ (gibt es regulär und nochmal als Zugabe), „Wenn alle es verstehn“, „Reiss die Trauer aus den Büchern“: besonders die älteren Songs können überzeugen. Nicht ganz so überzeugend ist das Making-Of, das man wohl in der Kategorie lästige Pflicht und Füllstoff abhandeln kann.

Fazit:
Bockt. Ein liebevoll geschnürtes Paket für die ruhigen und tiefgehenden Momente.

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