Platten-Review: Traktor – Sequence the Sequence
Heute mal eine Band, die sich freiwillig nach einer Zugmaschine aus dem Agrarbereich benannt hat… Ladies & Gentlemen, Shitletter proudly presents: “Traktor”!!!
| Release Infos: Traktor – Sequence the Sequence Label: I made this /// Bonnier Amigo VÖ: 09.04.08 Format: CD Tracks: 11 Links: www.traktorbiz.com /www.imadethis.se Schublade: Noisecore / Indierock |
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Wer hier nach “Redneck”-Attitüden und Banjo spielenden Hinterweltlern sucht wird leider brutalst enttäuscht, denn diese Schweden knallen einem schon mit den ersten 10 Sekunden eine von Schlagzeug und Bass getriebene Walze aus schmetternden Riffs entgegen. Stimmlich gehts zu wie in einem Zirkus. Eine Mischung aus Gangvocals und einem Zwischending aus kehligen Shouts und heiseren Screams schmiegt sich an eine verworrene (teilweise schon) dissonante Gitarrenmelodieen, die sich irgendwo zwischen absoluter Meisterleistung und chronischem Klangchaos anzusiedeln sind. Dabei sind sich die Jungs ihres Könnens so sicher, dass in manchen Songs einfach mal mittendrin die Rhytmik komplett über den Haufen geworfen wird und man die “Schema F Keule” getrost im Schrank stehen lassen kann.
Die elektronischen Parts in und zwischen den Songs bieten eine gut plazierte Abwechslung vom harten Riff-geballer. So viele ideen werden hier verbraten, dass manche Bands ganze Alben aus einem Song schreiben würden. Das Geile ist, die Scheibe verliert für keine Sekunde ihre Intensität. Selbst das 7 1/2 Minuten Epos “Overtyr”, der in bester Indiemanier mit halb angezerrten Delay-Gitarren beginnt, zieht sich
wieder aus der Schlinge. Hier wird die Rhytmik stellenweise so anstrengend, dass man als Zuhörer manchmal den Überblick verliert, wo man sich gerade im Song befindet. Nicht mein “Held” der Scheibe (das ist “Random Close Ups”) aber auf jeden Fall extrem hörenswert und wahrlich beeindruckend.
Artworktechnisch siehts dann leider weniger (bis gar nicht) beeindruckend aus… will heißen, man bekommt immer weniger vom eigentlichen Werk zu sehen als “Reviewer” und dabei ist ein Booklet und eine stimmige Covergestaltung doch soooooo wichtig. Naja, was solls… Ich werd’s mit dem probieren was ich habe. Das Cover besteht aus einem Oberkörper, der halb im Bild steht und vor einer Wand fotografiert wurde. Soviel dazu… mehr ist leider nicht rauszuholen. Ist halt einfach nicht mehr da.
Anspieltipps: “Random Close Ups” /// “Ouvertyr” /// “Unknown Ceilings”
Fazit: Lange nicht so eine kurzweilige Platte gehört… Weitermachen!
love /// who killed josephine
