Konzert-Review: Lovis, Universal Indicator, Copilot, Missionary Society – Spenge / Charlottenburg – 14.03.08
Lovis, Missionary Society, Copilot, The Universal Indicator
Spenge / Charlottenburg
14.03.08
Zum 12. mal luden die “Charlotte rockt!” Organisatoren ins Spenger Jugend- und Kulturzentrum Charlottenburg. Die Sau wurde mal wieder durch’s Dorf getrieben oder so. Soll heißen: Drei Bands aus Enger/Spenge, plus eine Combo aus der Eifel. Während dieVeranstaltung mit 160 Zahlenden weiterhin gut besucht ist, zeichnet sich doch auch ein deutlicher Generationswechsel in der lokalen Musikszene ab.
Das Publikum von “Charlotte rockt!” ist jedenfalls nicht mit der Veranstaltung gealtert, der größte Teil des Publikums befand sich augenscheinlich im Alter zwischen 14 und 18 Jahren. Während früher noch Jahrgangsstufe und Freunde der Lokalhelden Yell of Rage die Mehrheit der BesucherInnen stellten, haben die sich nach bestandenem Abitur anscheinend aus der Kleinstadt verdrückt oder der Rockmusik den Rückengekehrt. Nun bestimmen die Freunde und Jahrgangsstufenmitglieder von anderen Bands das Geschehen.
Zum Beispiel die der Engeraner Nachwuchshoffnung Copilot. Die Widukindstadt fördert ja auch alle 5-6 Jahre mal eine Punkband zu Tage und das beachtliche ist: Obwohl zwischen den einzelnen Bands über die Herkunft hinaus kaum Zusammenhänge bestehen gibt es anscheinend die Grundregel, dass Engeraner Punkbands (auch teilweise entgegen dem zur entsprechend Zeit gerade aktuellen Trend) auf deutsch singen. Das war bei Maddog so, dass war bei den zumindest zu einem Drittel aus Enger stammenden Happy But Not Satisfied so und das ist nun auch bei Copilot so. Das Quartett legte mit einem Mix aus Coversongs und eigenen Stücken um 20 Uhrlos und die Meute feierte die Jungs ganz gut ab. Die eigenen Songs der Band stehen in der Tradition von aktuellen Bands wie Matula und Captain Planet. Kein Deutschpunk, sondern emotionaler deutscher Punkrock. Bei den Coversongs bewieß die Band nur teilweise glückliches Händchen: Farin Urlaub (”Petze”) und die Kassierer (”Das schlimmste ist wenn das Bier alle ist”) wollte ich nicht wirklich hören, bei “Blitzkrieg Bop” irrtierte die Aussprache des “Hey Ho” ein wenig. Besser waren da schon Muff Potter, The Clash und der Dicke Polizist. Ein wahrliche buntes Programm. Zwar waren die Jungs vor einigen Wochen in Enger deutlich besser, generell jedoch vielversprechender Nachwuchs…
Noch eine gewaltige Kelle drauf legte The Universal Indicator. Die Band aus der Eifel war bereits vor einigen Jahren in der Charlottenburg zu Gast und präsentierte sich wieder in bester Verfassung. Mitreissende 3-stimmige Hardcore-Punk-Anthems bei denen man sich fragte, wieso sich viele Kids zum Rauchen nach draußen verzogen. Kulturbanausen. Die Jungs aus Trier gaben nicht auf und nahmen die Situation mit Humor: “Nachher gibt’s Kinderschminken am Merch”. Top Kapelle! Eingängig, energiegeladen und rau: So muss Punkrock heute klingen! Ich konnte mir einen CD-Kauf nicht verkneifen…
Weiter ging es mit Missionary Society. Die Kids kamen wieder rein, ich ging raus (zumindest im Geiste). Eine sehr fähige Band, die jedoch einen für meinen Geschmack langweiligen Musikstil verfolgt. Viel Metal gepaart mit ein bißchen Rock und ein bißchen Stoner. Der Sänger kann zwar singen, aber für meinen Geschmack nicht schreien. Das Jungvolk mochte es trotzdem, entsprechend wurden die Spenger abgefeiert.
Für den würdigen Abschluss des Abends sorgten Lovis, dem ein oder anderen wohl noch besser unter dem Namen Yell Of Rage bekannt. Nach fast einjähriger Inaktivität meldete man sich mit neuem Namen, neuen Songs und neuer Aufstellung auf der Bühne zurück. Eigentlich sollte es auch noch eine neue CD geben, die wurde jedoch nich mehr rechtzeitig fertig, so dass man das Geld in (leider nicht wirklich kühle) Getränke hätte investieren können, wenn diese nicht primär aus dem Hause Coco Cola gewesen wären (soviel zum politischen Statement). Wie dem auch sei: Jonas machte sich als zentraler Mann auf der Bühne richtig gut und auch die neuen Songs rockten wie Stulle. Es gab nur noch zwei englischsprachige Songs im Set (”Hide & Seek”, “Between Two Worlds”), ansonsten wurde in deutscher Sprache gerockt. Intelligente Texte, die nicht mehr perse den Kuschelfaktor betonen, sondern auch mal kritisches anschneiden; so geht’s in “Penner & Klassik” natürlich um den Umgang mit Menschen am S-Bahn-Zugang des Bielefelder Hauptbahnhofs. Neben den Songs der dann bald erscheinenden EP gab es auch drei noch neuere Songs. Die Band hat einen guten Weg eingeschlagen, hoffen wir dass sie ihn konsequent weitergehen und sich die Mitglieder nicht nur noch auf andere Projekte konzentrieren. Macht die Platte endlich fertig, Jungs! Und dann wieder ordentlich durchstarten…
April 17, 2008 um 7:29
Also…
So wie du schreibst gehörst du bestimmt nicht zur Zeitung!!!
Wie kannst du über etwas schreiben was du nochnicht mal gehört/gesehen hast?
Pack dir an deinen eigenen Sack!!!
Wenn man keine Ahnung hat……………einfach mal schnauze halten!!!
Mit freundlichen Grüßen
Missionary Society
April 18, 2008 um 11:06
sehr qualifizierter kommentar. vielen dank. die zeitung
April 18, 2008 um 1:26
solltet ihr nicht neutral schreiben?
April 18, 2008 um 3:37
und wie schreibt man einen neutralen konzertbericht? “Band XY hat gespielt, XY Songs, vor XY ZuschauerInnen in XY Minuten” ??? *gähn* vielleicht einfach mal informieren was ein fanzine ist und was so der sinn und zweck der ganzen sache ist…
April 22, 2008 um 5:18
es ist einfach nicht fair über alle Bands etwas weitgehen positives zu schreiben und über manche Bands ( die ihr ja nicht mal gesehen/gehört habt) so ein voreingenommenen quatsch zu schreiben…
Wenn du nen Problem mit uns hast dann sag uns das aber schreib nicht so ein Kappes…das gehört sich nicht und es ist nicht angebracht in einer Zeitung so wertend zu schreiben obwol ihr/du es nicht mal gesehen/gehört habt…
April 25, 2008 um 11:21
in kurz:
1. zum thema fair und einseitig: ich habe auch geschrieben, dass ihr eine fähige band seit und dass die meisten anderen es gut fanden. bei copilot habe ich auch etwas negatives geschrieben, nämlich dass ich den auftritt in enger besser fand
2. zum thema voreingenommen: du hast recht, die formulierung “ich ging raus” war vielleicht nicht gut gewählt. ich habe euren auftritt nämlich gesehen, die formulierung war bildlich gemeint: schließlich sind bei universal indicator, die ich ja sehr gut fand, viele leute rausgegangen, die dann bei euch wieder reingekommen sind. sollte also verdeutlichen, dass ich anscheinend einen anderen geschmack hab, als viele der anderen konzertbesucher
3. zum thema “wenn du nen problem mit uns hast”: natürlich habe ich kein problem mit euch, macht eure mucke wie sie euch gefällt. aber lasst mich auch gut finden was ich gut finde. so sätze wie “Pack dir an deinen eigenen Sack!!!” und “einfach mal schnauze halten!!!”deuten wohl er darauf hin, dass wer nen problem mit kritik hat.
4. nochmal zum thema zeitung: wenn man in ner band spielt, sollte man eigentlich nicht nur fleißig die musikschule besucht haben, sondern auch wissen wie es in der “musikszene” so abläuft. das hier ist wie gesagt ein punkrock (online-)fanzine, keine (tages-)zeitung. es ist von leuten die gerne punkrock hören für leute die gern punkrock hören gemacht. Ich könnte jetzt diese ganze DIY geschichte auspacken, aber das spare ich mir jetzt. jedenfalls haben wir garnicht den anspruch “neutral” zu schreiben (was wie oben erläutert auch garnicht geht). andere fanzines oder sogar ein anderer redakteur von uns würde vielleicht genau andersrum schreiben. wir schreiben was wir gut finden bzw. was leute die auf punkrock und artverwandtes stehen unserer meinung nach gutfinden könnten.
also locker bleiben. kritik bringt einen nicht um.
März 3, 2009 um 12:21
ich persönlich hab mich sehr gefreut über deine kritik!
auch wen sie vieleicht nicht positiev war war sie dennoch erlich!
hab diesen quatsch eben erst gelesen und finde es zimlich absurt!
daher möcht ich mich für meine bandkolegen in aller vorm entschuldigen!
dieser MIST wird NICHT von jedem missionary society mitglied vertreten!
mit freundlichen grüßen manu (voc)
März 3, 2009 um 9:37
dazu möchte ich mich auch für meine rechtschreibfehler entschuldigen… verdammt