Platten-Review: May The Force Be With You – Discometal Youth EP

May The Force Be With You: ein Garant für druckvollen Screamo mit einem riesen Haufen rhytmischer Finesse und Moshparts, die sich im Gesamtbild der Songs so unglaublich gut abheben, dass man fast schon einen komplett neuen Song daraus hätte machen können. Die Tempiwechsel, die einem alleine schon aus dem ersten Song entgegenprügeln zeigen den Weg an, den diese Scheibe im Laufe der nächsten 20 Minuten beschreiten wird.

Release Infos:

May The Force Be With Youth – Discometal Youth EP
Label: Horrorbiz

VÖ: 2007
Format: CD
Tracks: 6
Links: http://www.horrorbiz.de
Schublade: Metalcore / Screamo

Bei dieser Band treffen stimmige Songstruckturen auf extrem druckvolle Shouts und Gitarren, die sich gegen ein Schlagzeuggewitter durchzusetzen wissen. Hier wurde mit viel Liebe zum Detail eine EP erstellt, die in sich fast (dazu später mehr) bis zum Ende komplett stimmig ist. Titeltechnisch gehen die Songs weit nach vorne und untermauern den aggressiven Unterton der Platte, der nur recht selten – dann allerdings unglaublich passend – von Melodiebögen unterbrochen wird.

Jetzt kommen wir leider zu einem etwas düsteren Kapitel… dem letzten Song und Titeltrack der Platte: “Disco Metal Youth Anthem”. Dieser fängt genauso vielversprechend an wie der Rest der konstant druckvollen und absolut stimmigen CD. Allerdings verschlägt es die Band am Ende des Weges auf etwas konfuse Wege. Die Shouts und Screams bleiben wie beim Rest der Songs druckvoll und gehen stark nach vorne, trotzdem bleibt hier ein bitterer Nachgeschmack in Form von ziemlich langweiligen bis unausgereiften Gesangsmelodien zurück und mit der in bester POD-Manier abgesonderten Textzeile: “Congratulation… this is your Nation! Fucked up kids in a fucked up world” kann man glaube ich auch keinen Pulitzerpreis gewinnen.

Artworktechnisch liegt die CD leider jenseits von gut und böse. DIY in allen Ehren, aber das geht echt ein bisschen besser. Ist ne Geschmackssache, aber mir mögen die gezeichneten, grünen Bandzombies im Booklet und auf der Rückseite so gar nicht gefallen. Karrikaturen der Band also auf den Seiten des – in 80er Jahre Comicstrip-like aufgemachten – Booklets und ein Bandfoto auf der Innenseite. Lässt sich alles vertreten, aber wie die Grabsteine auf dem Cover in das Gesamtbild passen sollen krieg ich nicht auf den Schirm. Hier hätte ein wenig mehr stilistische Konsequenz nicht schlecht getan.

Anspieltipps:”Forget the trumpets bring me the wrecking ball” /// “First class Jetset”

Fazit:
“Discometal Youth” eine Symptomatik, die vermutlich jeder kennt, der seit Jahren in irgendwelchen HC-Schuppen und Rock-Läden rumhängt. Eine Symptomatik, die diese Band wohl wie keine Zweite aufs Korn nimmt… Erfolgreich wie ich finde. Bleibt eigentlich nur noch zu sagen, was die Band schon so eindrucksvoll für sich in Anspruch nimmt…

MAY THE FORCE BE WITH YOU!!!

love /// who killed josephine

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