Escapado, Patsy O’Hara - Bielefeld / Kamp - 10.02.08

Escapado, Patsy O’Hara
Bielefeld / Kamp
10.02.2008

Seit wenigen Monaten veranstaltet Karatekid Concerts regelmäßig Konzerte im Kamp Untertage. Ohne Bühne und auf engsten Raum haben hier bereits attraktive, internationale Bands gespielt. Löblich hervorzuheben ist, dass lokale Bands hier ebenfalls ein neues Forum gefunden haben. Ehrensache also, dass wir endlich mal über eine der Shows berichten!

Um 20.45 am Eingang direkt die erste Ansage: Ausverkauft! So wünscht man sich das. Aber auch irgendwie kein Wunder, denn in den ollen Keller passen nur unwesentlich mehr als 100 Leute und Escapado gehören ja mittlerweile auch nicht mehr zu den ganz Unbekannten. Die üblichen Verdächtigen waren drinnen schnell gefunden und um kurz nach 21 Uhr strömten dann auch die oben noch verstreut rumstehenden Grüppchen in den Konzertraum und füllten diesen passend zum Start von Patsy O’Hara.

Nach dem ganzen Emohype war ja eigentlich klar, dass der nächste Trend wieder etwas gradliniger und härter werden würde. Es wurde dann (hätte man sich im nachhinein eigentlich ausrechnen können) Hardcore und man muss schon sagen: OWLs Metropole hat sich in diesem Feld doch sehr ordentlich positioniert. Die Hardcore Matinees im AJZ sind jetzt schon legendär, dazu nun der gelungene Start von Karatekid und auch die Bandszene der Stadt braucht sich in diesem Bereich nicht zu verstecken. Einer dieser eben neuaufgegangenen Sterne am Bielefelder Bandhimmel sind Patsy O’Hara.

Die legten dann auch gleich mit ihrem typischen, langen, sich langsam aufbauenden Intro los, bevor das Gaspedal mächtig durchgetreten wurde. Kein Wunder dass die Jungs rocken, denn an Banderfahrung mangelt es nicht. Und auch wenn Sänger Hassan der Samstagabend noch in den Knochen steckte: die Show war von Bandseite her sehr ordentlich! Gute 30 Minuten straight durch. Etwas negativer Stand es allerdings um den Sound: Die beiden Gitarristen hätten auch eigentlich zuhause bleiben können, gehört hat sie glaub ich niemand.

Anders war das schon bei den Flensburgern von Escapado. Der Sound kam hier merklich besser rüber. Sehen konnte ich allerdings nicht viel, denn irgendwie strömte alles dichtgedrängt nach vorne, so dass es nahezu unmöglich war, die Band in diesem flachen Kellerraum ohne Bühne überhaupt zu erblicken. Wenn das mal kein 80er-Underground-Feeling ist! Das Set der Durchstarter, die mittlerweile auf Grand Hotel Van Cleef ihr zuhause gefunden haben, war stark vom neuen Album “Initiale” geprägt und erst als sich bei mir langsam der Gedanke breit machte, dass sie dies anscheinend Stück für Stück durchspielen wurde auf den ersten Song vom Vorgänger “Hinter den Spiegeln” zurückgegriffen.

Der Auftritt fiel rundum überzeugend aus. Hits waren vor allem “Verbindung”, “Coldblackdeathbloodmurderhatemachine”, “Was du erwartet hast” und von der alten Platte natürlich “Magnolien”. Nach einer knappen Stunde (inklusive Zugaben) war das ebenfalls sehr straight durchgezogene Set zuende, am Merch gab’s faire Preise, so dass gegen 23 Uhr alle zufrieden nach Hause gingen.

BB

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